Für eine sichere Fahrt durch Herbst und Winter ist die richtige Bereifung entscheidend. Worauf
es ankommt, erklärt der Obermeister der Kfz-Innung.
Fahrstil: Die richtige Dosis ist gefragt: weniger Gas, weniger Bremskraft, weniger abrupt
lenken und schalten, mehr Abstand (dreimal so groß wie auf trockener Straße), mehr vorausschauend
fahren. Fahrsicherheitstrainings machen fit für die winterliche Tour.
Geschwindigkeit: Die Straßenverkehrsordnung (StVO) schreibt generell vor, das Tempo
den Sicht-, Witterungs- und Straßenverhältnissen anzupassen. Für Winterreifen können die
Hersteller aber auch ein Tempolimit ansetzen. Ein entsprechender Aufkleber am Cockpit
signalisiert die Vorgabe.
Fahren ohne geeignete Reifen: Wer auf Eis und Schnee ohne geeignete Bereifung fährt,
zahlt 40 Euro (bisher 20 Euro). Behindert er dadurch andere, steigt das Bußgeld auf 80 Euro.
In beiden Fällen kassiert der Fahrer einen Punkt in Flensburg.
Wäre ein Schaden mit Winterreifen vermeidbar gewesen, kann die Haftpflichtversicherung
eine Mithaftung anordnen und die Teilkasko ihre Leistungen wegen grober Fahrlässigkeit
teilweise oder ganz verweigern.
Winterpause für Sommerreifen
Sie mögen es kühl, trocken und dunkel: Wenn die Sommerreifen in die Saisonpause gehen,
ist für sie der Keller oder die Garage der ideale Platz. Denn der Gummi ist empfindlich und
altert bei Wärme und Licht. Vor dem Einlagern brauchen die Reifen einen Check: Ist das
Profil tief genug? Haben sich Fremdkörper in den Profilrillen festgesetzt, sind Innen- und Außenflanken
in Ordnung? Wie alt sind die Reifen, und wie steht es mit dem Luftdruck?
Außerdem sollte am Rad die bisherige Position am Fahrzeug mit Kreide gekennzeichnet
werden. Ohne Felgen müssen die Reifen senkrecht stehen, dann kann das Eigengewicht die
Karkasse nicht beschädigen. Ratsam ist, sie alle vier bis sechs Wochen ein Stück zu drehen.
Das vermeidet einen sogenannten "Standplatten". Reifen mit Felgen gehören aufgehängt an
die Wand oder liegend übereinander gestapelt, um Unwuchten zu vermeiden. Die Reifen
dürfen nicht mit Öl, Benzin oder Lösungsmitteln in Berührung kommen, denn sie setzen der
Gummimischung zu.
Wer es bequem mag oder zu Hause nicht genügend Platz für die Lagerung hat, fährt am
besten in den Kfz-Betrieb. Hier montieren die Fachleute die aktuellen Reifen, testen die
Sommerpneus und lagern diese bis zum Frühlingsbeginn ein.